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Grundlagen10. März 202610 Min. Lesezeit

RevPAR, ADR und Occupancy: Die wichtigsten Hotel-Kennzahlen erklärt

Die drei Kern-KPIs im Revenue Management — mit Formeln, Benchmarks, Rechenbeispielen und konkreten Tipps zur Verbesserung jeder einzelnen Kennzahl.

Mona-Marleen Krüger

Revenue Management Expert

Dashboard mit den drei Hotel-Kennzahlen RevPAR, ADR und Occupancy in übersichtlicher Darstellung

Warum Kennzahlen im Hotel so wichtig sind

Im Revenue Management gibt es einen einfachen Grundsatz: Was nicht gemessen wird, kann nicht verbessert werden. Die drei zentralen Kennzahlen — RevPAR, ADR und Occupancy — bilden das Fundament jeder Revenue-Strategie.

Gemeinsam beantworten sie die entscheidende Frage: Wie effektiv monetarisiert ein Hotel seine verfügbare Zimmerkapazität? Jede Kennzahl für sich erzählt nur einen Teil der Geschichte — erst im Zusammenspiel wird das vollständige Bild sichtbar.

ADR (Average Daily Rate): Der durchschnittliche Zimmerpreis

Definition und Formel

ADR = Zimmerumsatz ÷ Anzahl verkaufte Zimmer

Der ADR zeigt den durchschnittlichen Preis, den Gäste pro verkaufter Zimmernacht bezahlen. Er berücksichtigt nur tatsächlich verkaufte Zimmer — leer stehende Zimmer fallen aus der Berechnung.

Rechenbeispiel

Ein Hotel erzielt an einem Tag EUR / CHF 18.000 Zimmerumsatz bei 90 verkauften Zimmern:

ADR = EUR / CHF 18.000 ÷ 90 = EUR / CHF 200

Benchmarks für die Schweiz, Deutschland und Österreich

HoteltypADR-Bereich (CHF)
Budget/Economy80–130
Midscale/3-Sterne120–200
Upscale/4-Sterne180–320
Luxury/5-Sterne300–600+
Ferienhotel (saisonal)150–450

Wie Sie den ADR verbessern

  • Upselling: Systematisch höhere Zimmerkategorien anbieten (Upgrade-Rate von 15–25% ist realistisch)
  • Preisdifferenzierung: Open Pricing statt starrer BAR-Level — jeder Kanal und Zeitpunkt erhält den optimalen Preis
  • Paketangebote: Zimmer + Frühstück/Spa-Zugang als Bundle verkaufen — höherer Gesamtpreis bei wahrgenommenem Mehrwert
  • Mindestaufenthalte: An Spitzentagen nur ab 2+ Nächten buchbar — verhindert Einzelnacht-Schnäppchenjäger

Occupancy (Auslastung): Der Belegungsgrad

Definition und Formel

Occupancy Rate = Verkaufte Zimmer ÷ Verfügbare Zimmer × 100

Die Auslastung zeigt den Prozentsatz der tatsächlich belegten Zimmer. Verfügbare Zimmer berücksichtigen nur buchbare Einheiten (abzüglich Out-of-Order und Out-of-Inventory).

Rechenbeispiel

Ein Hotel mit 100 Zimmern verkauft an einem Tag 78 Zimmer:

Occupancy = 78 ÷ 100 × 100 = 78%

Benchmarks

Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 55 bis 65 Prozent Jahresauslastung. Stadthotels in Zürich oder Genf erreichen 70 bis 80 Prozent, während Saisonhotels in den Alpen zwischen 30% (Zwischensaison) und 95% (Hochsaison) schwanken.

Wie Sie die Occupancy verbessern

  • Flexible Pricing: In Schwachzeiten Preise senken, um Nachfrage zu generieren
  • Mindestaufenthalte lockern: In der Nebensaison auch 1-Nacht-Buchungen akzeptieren
  • OTA-Sichtbarkeit erhöhen: Bessere Fotos, aktualisierte Beschreibungen, attraktive Stornobedingungen
  • Last-Minute-Strategien: Ab 48h vor Anreise gezielt mobile Raten oder Paketangebote schalten
  • Gruppengeschäft: In Schwachzeiten aktiv Gruppenanfragen akquirieren

RevPAR (Revenue per Available Room): Die Königskennzahl

Definition und Formel

RevPAR = ADR × Occupancy Rate

Oder alternativ: RevPAR = Zimmerumsatz ÷ Verfügbare Zimmer

RevPAR ist die wichtigste Steuerungsgrösse im Revenue Management, weil sie Preis und Auslastung in einer einzigen Zahl vereint. Ein Hotel kann einen hohen ADR oder eine hohe Occupancy haben — aber nur der RevPAR zeigt, ob beides zusammen optimal ist.

Rechenbeispiel: Warum RevPAR entscheidend ist

SzenarioADROccupancyRevPAR
Hotel A: Hoher PreisEUR / CHF 28055%EUR / CHF 154
Hotel B: Hohe AuslastungEUR / CHF 18088%EUR / CHF 158
Hotel C: OptimiertEUR / CHF 22078%EUR / CHF 172

Hotel C performt am besten — obwohl es weder den höchsten Preis noch die höchste Auslastung hat. Das ist die Essenz von Revenue Management: Die optimale Balance zwischen Preis und Belegung finden.

RevPAR-Benchmarks Schweiz, Deutschland und Österreich

SegmentTypischer RevPAR (EUR / CHF)
Budget50–90
Midscale80–150
Upscale130–250
Luxury220–450+

Erweiterte Kennzahlen für Fortgeschrittene

TRevPAR (Total Revenue per Available Room)

TRevPAR = Gesamtumsatz ÷ Verfügbare Zimmer

Berücksichtigt nicht nur Zimmerumsatz, sondern auch F&B, Spa, Minibar und sonstige Erträge. Hotels mit starkem Ancillary Revenue (z.B. Resorts mit Spa) sollten TRevPAR als Primärkennzahl verwenden.

GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room)

GOPPAR = Bruttobetriebsergebnis ÷ Verfügbare Zimmer

Die profitabelste Kennzahl: GOPPAR zeigt, wie viel operativer Gewinn pro verfügbarem Zimmer übrig bleibt. Ein Hotel kann einen hohen RevPAR haben und trotzdem unprofitabel sein, wenn die Kosten zu hoch sind.

NRevPAR (Net Revenue per Available Room)

NRevPAR = (Zimmerumsatz - Distributionskosten) ÷ Verfügbare Zimmer

Berücksichtigt die Kosten pro Buchungskanal. Besonders wichtig für Hotels mit hohem OTA-Anteil: Eine Booking.com-Buchung mit 18% Provision hat einen deutlich niedrigeren NRevPAR als eine Direktbuchung.

KPI-Dashboard: Was Sie täglich, wöchentlich und monatlich tracken sollten

FrequenzKennzahlenAktion
TäglichPick-up, Occupancy-Prognose, Comp-Set-PreisePreisanpassungen wenn nötig
WöchentlichADR-Trend, RevPAR vs. Budget, SegmentmixStrategische Korrekturen
MonatlichRevPAR YoY, NRevPAR, Kanalrentabilität, GOPPARStrategiereview und Forecast-Update
QuartalsweiseComp-Set-Vergleich, Marktanteil, Budget-AbweichungStrategische Neuausrichtung

Kennen Sie Ihre Zahlen? In einem kostenlosen Erstgespräch analysiert Mona-Marleen Krüger Ihre aktuellen KPIs und zeigt, wo die grössten Verbesserungspotenziale liegen.

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